[Rezension] „ Ich komme mit“ von Angelika Waldis

Manche Menschen hätten sich nie kennen gelernt, wenn die Umstände anders wären. So auch die Protagonisten, der 21 jährige Lazy und die 71 jährige Vita.

Beide leben in einem Haus. Lazy hat gerade angefangen zu studieren und ist frisch verliebt. In ihm steckt so viel Energie, Lebensfreude und so viele Pläne für die Zukunft. Bis ihm seine Diagnose einen Strich in die Rechnung macht.

Vita ist allein, verwitwet und ihr Sohn wohnt in Australien. Das Leben macht ihr keine große Freude mehr. Ihr Alltag ist immer der Gleiche , bis sie eines Tages den geschwächten Lazy im Treppenhaus auffindet. Das ist der Anfang einer ungewöhnlichen und wunderbaren Freundschaft.

Trotz des ernsten Themas fehlt es nicht an Humor und Zeit zum philosophieren über das Leben. Auch Wortspiele sind vorhanden. Darüber hinaus beschäftigt man sich mit ethisch und moralischen Aspekten. Diese Geschichte berührt nicht nur sondern regt auch zum Nachdenken an.

Das Gefühlsleben der beiden Protagonisten ist so lebendig dargestellt , dass man alles sehr gut nachempfinden kann. Um so emotionaler wirkt der Roman auf den Leser.

Es ist auf jeden Fall keine Geschichte , die man einfach so mal zwischen durch lesen sollte , es ist auch keine leichte Kost, denn das Thema ist traurig , aus dem Leben gegriffen , es nimmt einen mit, aber es berührt auch einen. Ich kann dieses Buch jedem empfehlen , vor allem denen , die ” Das Schicksal ist ein mieser Verräter” von John Green und oder “Ein ganzes halbes Jahr ” von Jojo Moyes geliebt haben. Es ist eine Lektüre , die einen Nachdenken lässt über sein eigenes Leben und vielleicht schätzt man das Leben nach diesem Buch ein Stückchen mehr.

Ich vergebe fünf von fünf Eulen

🦉🦉🦉🦉🦉

Mehr Informationen zum Buch findet ihr hier :

https://www.randomhouse.de/Buch/Ich-komme-mit/Angelika-Waldis/Wunderraum/e536290.rhd

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[Rezension] „ Dodgers“ von

Dieser Roman ist nichts für schwache Nerven es handelt von Gangstern, Drogen und Überleben.

Der 15 jährige Protagonist , East, ist eher ein Antiheld und dem Leser nicht unbedingt sympathisch , trotzdem ist er eine äußerst interessante Persönlichkeit und sein Leben ist alles andere als leicht.

Der Roman spielt in einer Siedlung von LA, hier kümmert sich East um ein Drogenhaus , bis es von der Polizei geräumt wird und dabei ein kleines Mädchen erschossen wird. Nun soll er sich mit ein paar Anderen auf den Weg nach Wisconsin begeben um jemanden zu ermorden. Als man erfährt, dass sein Bruder Ty auch dabei ist , merkt man dass die Reise interessant werden könnte , vor allem weil die beiden sich nicht gerade gut verstehen.

Normalerweise wenn ein Roman in LA spielt ist es meistens eine Erfolgsgeschichte, ein Mädchen vom Dorf wird entdeckt und kommt nach Hollywood oder so ähnlich. Um so mehr habe ich mich gefreut mal einen mehr oder weniger realistischen Roman zu lesen, der in LA spielt. Mich hat es schockiert was East mit 15 bereits alles kann und erlebt hat. Zwar weiß er nicht wie man sich warm hält oder ohne Handy zurecht kommt, dafür weiß er wie man Heroin aufkocht und mit einer Alkoholiker Mutter klar kommt. Der Junge ist bereits verloren, trotzdem hofft man auf eine Wendung auch wenn keine in Sicht ist.

Der Schreibstil ist fesselnd, spannend und komplett unvorhersehbar. Selbst am Ende schafft der Autor es den Leser zu überraschen. Ich hoffe auf eine Fortsetzung!

Man sollte wissen es ist brutal und nichts für schwache Nerven. Ansonsten kann ich das Buch nur empfehlen und vergebe fünf von fünf Eulen 🦉🦉🦉🦉🦉

Hier findet ihr mehr Informationen zum Buch:

https://www.diogenes.ch/leser/titel/bill-beverly/dodgers-9783257070378.html

Leserpreis lovelybooks 2018

Der Leserpreis von lovelybooks feiert Jubiläum und zwar sind es bereits 10 Jahre . Herzlichen Glückwunsch!

Seit ein paar Tagen kann man bei lovelybooks Bücher nominieren. In jeder Kategorie darf man drei Bücher nominieren. Es gibt insgesamt 15 Kategorien. Das tolle daran, hier sind auch die unbekannten Bücher zu finden. Das ist eine tolle Möglichkeit , den Autor zu belohnen, dessen Buch einem schöne Stunden bereitet hat. Es werden die Neuerscheinungen gekürt, das Buch , dass in 2018 erschienen ist kann man nominieren.

Dieses Jahr gibt es noch die Jubiliäums Kategorie , die Lieblinge der letzten 10 Jahre. Ich finde es wirklich interessant zu sehen , welche Bücher in den letzten Jahren gewonnen haben.

Nun aber ran an die Tasten , stimmt ab für eure Lieblinge und sagt auf diesem Weg danke!

https://www.lovelybooks.de/leserpreis/2018/nominierungen/

[Rezension] „Das Vogelhaus“ von Eva Meijer

Der Roman “Das Vogelhaus” erzählt die Geschichte einer unglaublichen Vogelforscherin. Man weiß , dass es solche Menschen gibt , doch wie sie leben geschweige denn denken , weiß kaum keiner , denn die meisten Leben sehr zurückgezogen. So auch die Protagonistin ,Gwendolen , genannt Len, könnte man fast als eine Aussteigerin bezeichnen. In der Natur und unter Vögeln fühlt sie sich wohl, in der Stadt und unter Menschen ist es ihr eher unbehaglich.

Selbst die Beziehung zu ihrem Freund erfüllt sie nicht wirklich. Sie wagt einen neuen Lebensabschnitt , in dem sie nach England zieht und dort Vögel und ihr Verhalten erforscht. Immer wieder wird ihre Geschichte unterbrochen durch Einträge über Sternchen, Putzi und Drops. Sternchen ist Ihre Lieblings Kohlmeise.

Das Verhalten der Tiere wird so genau und detailliert beschrieben, dass man es unbewusst mit dem Verhalten der Menschen vergleicht.

Der Autorin , Eva Meijer , ist eine erstaunliche Leichtigkeit gelungen, so dass die Geschichte einfach nur so dahin fliegt. Darüber hinaus hat man das Gefühl , man kann die Protagonisten gut verstehen, denn sie sind wirklich gut, authentisch und verständlich dargestellt.

Mit diesem Buch lernt man die Forscher besser kennen und verstehen. Vor allem ihre Leidenschaft zu ihrem Beruf bzw. zu den Tieren ist wundervoll beschrieben. Der schon fast poetische Schreibstil passt sich wundervoll der Geschichte an. Ich kann mir gut vorstellen , dass dieses Buch nicht nur Vogelliebhabern gefallen wird!

Ich vergebe fünf von fünf Eulen 🦉🦉🦉🦉🦉

Hier findet ihr mehr Informationen zum Buch : https://www.randomhouse.de/Buch/Das-Vogelhaus/Meijer-Eva/btb-Hardcover/e541773.rhd

[ Rezension] „Ein Winter in Paris“ von Jean- Philippe Blondel

Dieser Roman ist eine sehr sensible Auseinandersetzung mit dem Thema Selbstmord.

Victor ist für sein Studium nach Paris gekommen. Da er aus der Provinz kommt, ist das Leben in Paris für ihn fremd und der Druck an der Uni enorm. Er bleibt eher unsichtbar. Ab und zu raucht er mit einem anderen Studenten, Matthieu, eine Zigarette. Als dieser Selbstmord begeht , tritt Victor plötzlich in den Mittelpunkt als einziger Freund des Opfers.

Selbstmord ist in unserer Gesellschaft noch immer ein Tabuthema umso wichtiger finde ich , dass man darüber schreibt. Es ist bemerkenswert mit wie viel Fingerspitzengefühl und Feinfühligkeit, der Autor an das Thema heran geht. Viele versuchen Selbstmord zu ignorieren, denn es gehört einfach nicht zu der Natur , so sehen das auch Victors Eltern. Mit der Zeit lernt Victor mehr über Matthieu und sein Leben und versucht zu verstehen , warum er das getan hat. Doch kann man so eine Tat wirklich erklären und komplett verstehen? Wird man je wissen , was den Menschen dazu getrieben hat und welche Verzweiflung in ihm saß?

Diese Geschichte handelt nicht nur von Selbstmord, sondern vor allem wie Victor durch den Selbstmord von Matthieu sichtbar wird und zu sich findet.

Jean Philippe Blondels Schreibstil ist schon fast poetisch und es war mir ein Vergnügen das Buch zu lesen. Es war mein erstes Buch von ihm , aber garantiert nicht mein Letztes!

Ich vergebe fünf von fünf Eulen 🦉🦉🦉🦉🦉

Hier findet ihr mehr Informationen zum Buch :

https://www.hanser-literaturverlage.de/buch/ein-winter-in-paris/978-3-552-06377-8/

[Rezension] „Bookies – Tierische Lesezeichen zum Häkeln“ von Jonas Matthies

Heute möchte ich euch ein ganz besonderes Buch vorstellen. Wenn ihr mir auf Instagram folgt, wisst ihr , dass ich Lesewürmer als Lesezeichen gehäkelt habe. Nun habe ich dieses tolle Buch als Rezensionsexemplar von dem frechverlag topp erhalten, vielen Dank dafür. ( Das beeinflusst meine Meinung keines Wegs !)

In diesem Buch findet ihr ganz viele süße Lesezeichen von Einhorn bis hinzu einer süßen Maus. Das Beste an diesem Buch das kriegt jeder hin. Die Anleitungen sind so einfach gestaltet , mit vielen Bildern und sind wirklich verständlich , dass man gar nichts falsch machen kann. Man braucht auch nicht viel Material, meistens reichen Wollreste 😊 Zu jedem Lesezeichen gibt es eine ausführliche Beschreibung mit mehreren Bildern und falls man Anfänger ist und nicht weiß, wie man Stäbchen häkelt oder ähnliches, kann man das hinten im Buch nachschlagen.

Mit solch einem süßen Lesezeichen wird das Lesen noch zu einem viel größeren Vergnügen und es freut sich gewiss jeder über so ein originelles Lesezeichen.

Ich habe angefangen mit dem Schaf und muss sagen , ich bin begeistert. Es klappt einwandfrei und ist wirklich süß. Mein Endergebnis werde ich auf Instagram posten @lesestrickeule.

Hier findet ihr mehr Informationen zum Buch:

https://www.topp-kreativ.de/bookies.-tierische-lesezeichen-zum-haekeln-by-supergurumi-8127

Ich vergebe fünf von Eulen für dieses kreative Buch 🦉🦉🦉🦉🦉😊

[Rezension] „ Sommerfrauen Winterfrauen“ von Chris Kraus

Ein Filmstudent , Jonas wird in den 90er Jahren nach New York geschickt um alles zu organisieren für seinen Filmkurs. Sie sollen einen Film über Sex drehen.

Nach dem Klappentext habe ich mir das Buch lustig, aufregend und spannend vorgestellt. Doch ich wurde überrascht, es erwartet einen viel mehr als nur Sex und New York.

Bereits nach dem Lesen nur ein paar Seiten, merkt man , dass der Protagonist, Jonas, ein Problem mit dem Nationalsozialismus hat. Denn wie er selbst öfters in seinem Tagebuch vermerkt , “ich drehe keinen Nazischeiß!”, wird dem Leser bewusst , dass der Protagonist noch einiges zu verarbeiten hat.

Die gesamte Geschichte wird in Form von Tagebucheinträgen erzählt. Jonas wird von seinem verrückten Professor nach New York geschickt um alles für einen Dreh eines Sexfilms zu organisieren. Das Paradoxe an dem Ganzen ist, dass Jonas ziemlich verklemmt ist und sich schließlich entscheidet einen Film über Ohrläppchen zu drehen.

Noch dazu hat er eine “Tante” in New York mit der er sich trifft um über die Vergangenheit seines Großvaters mehr zu erfahren. Sein Großvater war bei der SS und Jonas kann das nur schwer verarbeiten bzw mit seinem Gewissen vereinbaren.

Der Autor, Chris Kraus, benutzt in diesem Roman viel autobiographisches Material. Er selbst stammt aus einer Täterfamilie und auch er hat Film studiert. Selten habe ich ein Nich gelesen, dass sich mit dem Nationalsozialismus in dieser Hinsicht auseinandersetzt und dann auch noch so detailliert und mit sehr viel Gefühl!

Ich habe den Autor auf der Buchmesse in Frankfurt getroffen und muss sagen ich war von seiner Lesung begeistert.

Die Geschichte ist skurril, lustig, schockierend und sehr unterhaltsam. Dieses Buch gehört auf jeden Fall zu den besten Büchern, die ich seit langem gelesen habe.

Ich kann dieses Buch jedem wärmstens empfehlen, es lohnt sich! Es ist ein pures Lesevergnügen und ein Erlebnis!

Ich vergebe fünf von fünf Eulen

🦉🦉🦉🦉🦉💖

Hier findet ihr mehr Informationen zum Buch : https://www.diogenes.ch/leser/titel/chris-kraus/sommerfrauen-winterfrauen-9783257070408.html