Romane

[Rezension] „Sprichst du Schokolade?“ von Cas Lester

Kinder bauen Brücken und finden Wege sich zu verständigen. Genau das zeigt diese herzerwärmende Geschichte von Cas Lester.

Nadima ist neu in Josies Klasse und spricht kein Wort Englisch, doch das ist kein Hindernis für ihre Freundschaft.

„Ich wusste, dass wir Freundinnen werden würden, auch wenn keine von uns ein Wort von dem verstand, was der andere sagte. Keine Ahnung, woher ich das wusste.“

In das alltäglich Teenager Leben von Josi spielen nun auch solche Themen wie Flucht und Integration eine große Rolle. Ich finde es sehr wichtig , dass dieses aktuelle und wichtige Thema so leicht und schön in dieser Geschichte verwoben ist. Die zwei verstehen sich auch ohne Worte und suchen Methoden um sich zu verständigen, manche funktionieren andere wie Google translator eher weniger. Nadima hat Probleme mit Englisch und Josi ist Legasthenikerin. Sie verstehen einander und helfen einander. Diese zwei Mädchen symbolisieren für mich die perfekte Freundschaft.

Nadima hat mich etwas an mich selbst erinnert. Ich bin mit acht Jahren nach Deutschland gekommen und bin direkt in die zweite Klasse gekommen ohne auch nur ein Wort zu verstehen. Trotzdem fühlte ich mich herzlich aufgenommen.

Der Schreibstil ist locker , witzig und altersgerechte. Ich finde es toll wie sensibel die Autorin mit den wichtigen Themen wie Flucht und fremd sein umgeht und keine Stereotypen benutzt.

Zwar ist dieses Buch für Kinder zwischen 10- 14 Jahren gedacht , trotzdem bin ich der Meinung , dass alle dieses Buch lesen sollten und das Kind in sich wecken sollten.

Ich vergebe fünf Eulen 🦉🦉🦉🦉🦉

Kinder-Jugendbuch: Sprichst du Schokolade ?

Autorin: Cas Lester

Verlag: ArsEdition

Romane

[Rezension] „Träume, die ich uns stehle“ von Lilly Oliver

Der Roman , “ Träume, die ich uns stehle“, von Lilly Oliver, wird einen berühren und nicht mehr loslassen.

Lara landet im Krankenhaus. Thomas landet im Krankenhaus. Doch warum eigentlich? Was ist passiert? Das wüsste Lara auch gerne, denn sie kann sich an nicht erinnern. Doch das ist nicht ihr einziges Problem, dann sind da auch noch diese Wort, die nur aus ihr raussprudeln wollen. Sie beschließt auf der psychiatrischen Station zu bleiben in der Hoffnung , dass sie sich wieder erinnern wird und raus findet wie sie die Worte unter Kontrolle bekommt.

Als sie mal wieder einen „Anfall“ hat und nicht weiß wie sie sich beruhigen kann, landet sie auf der Intensivstation und findet dort Ruhe und Geborgenheit, die sie gesucht hat. Der Leser nimmt Teil an ihrem Prozess ihrer Vergangenheit auf die Schliche zu kommen. Lilly Oliver entführt den Leser in Laras Gedankenwelt, so dass man das Gefühl hat man wüsste ganz genau was in ihr vorgeht. Es ist unglaublich.

Der Schreibstil ist atemberaubend schön, poetisch, so echt und kein bisschen übertrieben. Ich bin noch immer überwältigt von dieser Geschichte und wie sehr diese mich berührt hat. Ab der ersten Zeile war ich gefesselt und in Laras Gedankenwelt gefangen. Ich habe mit ihr gefühlt und das Gefühl habe ich könnte ihre Verzweiflung und Wut selbst spüren und komplett nachvollziehen. Unglaublich.

Darüberhinaus finde ich es toll, dass die Protagonistin „krank“ ist. Psychische Erkrankungen zählen in unserer Gesellschaft leider noch immer zu den Tabuthemen und zu oft schaut man weg und stempelt die Menschen als krank ab, obwohl man helfen könnte und es Wege gibt mit solchen Erkrankungen umzugehen. Oft hat man das Gefühl man wüsste nicht was in diesen Menschen vorgeht , wenn man dieses Buch liest , weiss man es. Das Wichtigste allerdings ist, dass egal wie traurig und hoffnungslos die Geschichte teilweise scheint, sie gibt einem sehr viel Hoffnung und einen Grund nie aufzugeben.

„Es gibt nicht immer für alles einen Grund, aber es gibt immer eine Chance.“ (S.643)

Dies ist mein erster Roman von Lilly Oliver, aber garantiert nicht mein Letzter! Ich bin fasziniert und überwältigt von der Wirkung , die dieses Geschichte und der Schreibstil auf mich hat. Einfach nur sprachlos .

Ich bin mir sicher, dass dieses Buch einige motiviert weiter zu machen und Hoffnung gibt. Es ist eine Geschichte, die einen berührt und die man nie vergisst!

Deswegen vergebe ich fünf Eulen 😊💖

🦉🦉🦉🦉🦉

Romane

[Rezension] „Barbarentage“ von William Finnegan

In seinem autobiographischen Roman, „Barbarentage“, teilt der Journalist, William Finnegan, seine Leidenschaft für das Surfen mit dem Leser.

Mit 13 zieht William Finnegan mit seiner Familie nach Hawai und verfällt dort dem Surfen und den Wellen. Seine Leidenschaft zu Surfen führt in an unterschiedliche Orte unter anderem México , Fidschi, Australien und Madeira.

Dieses Buch scheint für mich wie eine Liebeserklärung an das Surfen zu sein. Es ist bemerkenswert, wie der Autor es schafft seine Leidenschaft und Faszination zu vermitteln.

„Für mich, und nicht nur für mich, birgt Surfen genau dieses Paradox: den Wunsch, mit der Welle allein zu sein, eng verknüpft mit dem ebenso starken Wunsch, gesehen zu werden, zu performen.“ (S.399)

Ich selbst liebe das Meer und den Ozean und kann seine Faszination und Liebe zum Surfen gut nachvollziehen. Auf einer Welle zu tanzen, stelle ich mir atemberaubend vor und kann gut verstehen, dass wenn man dieses Gefühl ein mal erlebt hat, es nicht mehr missen möchte.

Im Roman erzählt William Finnegan von seiner wilden Jugend, seiner Familie und auch über die Geschichte von Hawai. All das war sehr interessant.

Dieser Roman hat etwas Magisches und Ansteckendes. Ich kann es allen wärmstens empfehlen.

Von mir gibt es fünf von fünf Eulen 😊

🦉🦉🦉🦉🦉

Autobiographischer Roman: Barbarentage

Autor: William Finnegan

Verlag: Suhrkamp nova

Romane

[Rezension] „Helle Nächte am Meer“ von Sheila O‘Flanagan

“ Helle Nächte am Meer“ so heißt der übersetzte Roman von Sheila O’Flanagan. Der Originaltitel lautet “ The missing wife“ und trifft den Nagel direkt auf dem Kopf. Denn die Protagonistin Imogen ist plötzlich verschwunden , zumindest wirkt es für ihren Mann und ihre Freundin Shona plötzlich. Wie schlimm muss die Situation sein, dass man lieber verschwindet als es persönlich zu klären? Einige würden behaupten es ist feige einfach so abzuhauen, doch ehrlich gesagt finde ich es sehr mutig! Wie viele bleiben “ eingesperrt“ in ihrem eigenen Leben , weil sie Angst vor einem Neuanfang haben obwohl sie sich nichts anderes sehnlicher wünschen.

Imogen ist zwar Irin , hat aber ein paar Jahre in Frankreich als Kind verbracht und das zieht sie zurück nach Frankreich. In ihrer Kindheit ist sie viel umgezogen und hat dadurch nie wirklich das Gefühl gehabt irgendwo hinzugehören. Da sie sich in Hendaye sehr wohl gefühlt hat, führt es sie dorthin. Der kleine Ort Hendaye an der Atlantikküste wirkt sehr idyllisch. Die Bewohner dieser Stadt schließt Imogen langsam aber sicher ins Herz. Der Zusammenhalt ist bemerkenswert.

„Sie würden Imogen zur Seite stehen. Schließlich gehört sie jetzt zu Hendaye. Und in Hendaye kümmert man sich um einander.“ (S.423)

Der Schreibstil von Sheila O’Flanagan ist wie immer fesselnd und einfach nur wunderschön. Sie schafft es die Geschichte gleichzeitig emotional , spannend, ernst und witzig zu gestalten.

ACHTUNG SPOILER

Zur Gewalt zählt man meistens physisch angewandte Gewalt. Das tut Vince nicht. Jedoch weiß ich nicht ob Manipulation und Kontrolle besser ist. Er verletzt Imogen und verändert sie dermaßen , dass sie ihr Selbstbewusstsein verliert und n allem zweifelt und komplett unglücklich ist. Mich hat dieses Thema sehr nachdenklich gemacht. Vince ist so geschickt im Manipulieren, ich habe mich gefragt wie vielen Frauen wohl so etwas widerfahren ist und wenn ja sind sie mutig genug sich Hilfe zu holen. Heutzutage gibt es Möglichkeiten sich Hilfe zu holen , aber reichen diese aus? Ich hoffe, dass dieses Buch vielen Frauen Mut gibt und motiviert Veränderungen einzugehen, wenn man unglücklich ist.

Ich habe jetzt auf jeden Fall Fernweh nach Frankreich 😊 Mich hat das Buch völlig in seinen Bann gezogen deswegen gibt es auch volle Punktzahl 😊

Fünf von fünf Eulen

🦉🦉🦉🦉🦉

Roman: Helle Nächte am Meer

Autorin : Sheila O ‚Flanagan

Verlag: Inselverlag