Romane

„Die Frau im Musée d‘Orsay“ von David Foenkinos

„Von der Hässlichkeit des Verbrechens zur Schönheit von Bildern…ein wunderbarer Roman über das Leid und die heilende Kraft der Kunst“ Le Journal du Dimanche

Treffender könnte man diesen Roman nicht zusammenfassen.

Warum flüchtet ein renommierter Professor um in einem Museum als Museumswärter zu arbeiten? Wovor flüchtet er? Wird die Kunst ihn heilen?

Inhalt:

Von heute auf morgen kündigt der renommierte Professor, Antoine Duris, seinen Job und seine Wohnung in Lyon und fährt mit einem Koffer nach Paris. Er flüchtet ins Musée d’Orsay und will dort als Museumswärter arbeiten. Er erhofft sich, dass die Gemälde seinen Schmerz lindern oder ihn zumindest etwas davon ablenken können.

Für die Personalchefin des Museums, Mathilde Mattel, ist Antoine ein großes Rätsel. Seine Traurigkeit und Einsamkeit fällt ihr sofort auf. Langsam, sehr langsam, nähern sich die beiden. Doch kann Antoine sich ihr öffnen und seine Geheimnisse ihr anvertrauen ?

Meine Meinung:

Ich habe bereits Bücher von David Foenkinos gelesen. Mal wieder hat mich der Schreibstil umgehauen. Es ist so wahnsinnig flüssig und lässt sich so schön lesen. Einerseits ist der Schreibstil ziemlich nüchtern und trotzdem mit genau der richtigen Dosis an Distanz. In diesem Fall finde ich es gut, dass der Leser sich wie ein Beobachter fühlt und eine gewisse Distanz zu den Protagonisten hat. Trotz der Distanz schafft der Autor eine gewisse Nähe und fesselt den Leser mit seiner Geschichte und seinem Stil. Meiner Meinung ist diese Distanz notwendig, denn so wird es nicht zu emotional. Ohne groß zu spoilern, in diesem Roman wird von Grausamkeiten berichtet. Diese sind erschreckend authentisch und klar dargestellt. Für manche könnte es als zu grausam erscheinen. Für meinen Geschmack war es aber genau richtig. Denn solche Themen müssen behandelt werden und sollten nicht tot geschwiegen werden. Denn sie sind leider keine Seltenheit. David Foenkinos behandelt dieses Thema mit viel Fingerspitzengefühl. Dieses Schicksal bringt mehrere Personen zusammen, die auf eigene Art und Weise leiden.

All diese Personen sind mit der Kunst tief verbunden und kämpfen für das Leben, weil die Hoffnung zu letzt stirbt. Kunst spielt in diesem Roman eine große Rolle. Einerseits dient es als Kontrast zu der Grausamkeit und andererseits ist es auch eine Art Therapie.

„In der Kunsttherapie schafft man eigene Kunstwerke, um sein Leid auszudrücken und sich in seinen Ideen und seiner Inspiration selbst zu erkennen. Antoine wählte einen anderen Weg. Die Betrachtung der Schönheit war für ihn ein Mittel gegen die Hässlichkeit der Welt.“ (S.28)

Mich hat dieser Roman sehr tief berührt und sehr bewegt. Es gehört schon jetzt zu einen meiner Jahreshighlights.

Ich vergebe fünf von fünf Eulen.

🦉🦉🦉🦉🦉

International:

Das deutsche Cover ist wunderschön und würde mich sofort dazu verleiten es in die Hand zu nehmen. Es hat mich sofort an meinen Besuch im Musée d’Orsay erinnert. Der Blick oben vom Dach ist einfach nur atemberaubend. Das französische Cover jedoch passt sehr zu der Geschichte. Allerdings finde ich die Übersetzung des Titels etwas unglücklich. Denn ich habe mich die ganze Zeit gefragt, wer jetzt eigentlich gemeint ist mit der Frau im Musée d’Orsay, da kommen mehrere in Frage. Da finde ich den Originaltitel treffender: „Der Schönheit entgegen“.

Ich bin mir sicher, dass dieser Roman noch in viele andere Sprachen übersetzt wird.

Mehr Informationen zum Buch:

Der Roman „Die Frau im Musée d’Orsay“ von David Foenkinos ist am 13.5.2019 im Penguin Verlag erschienen. Es besteht aus 240 Seiten und ist als Hardcover für 20,00€ erhältlich.

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